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Echter Salbei

Drogenbezeichnung: Salviae offic. Hb.
Synonyme: Gartensalbei, Edelsalbei, Küchensalbei, Heilsalbei
Bot. Name: Salvia officinalis L.
Chinesische Bezeichnung: 丹參
Pinyin Name: Dan Shen - Rotwurzelsalbei

Der Echte Salbei ist wahrscheinlich die an häufigsten vorkommende Wildpflanze im mediterranen Raum. Es deckt weite Gebiete des heißesten Karst ab, wo der Salbei oftmals die einzige Pflanze ist, die dort gedeiht. Die Blätter des wilden Salbeis werden kurz vor der Blüte gesammelt, weil sie dann die aktivsten Substanzen enthalten. Es ist ein aromatisches, würziges Kraut mit anerkannter Heilwirkung. 

 

Die heilenden Eigenschaften des Echten Salbei wurden von den alten Griechen erkannt, die diesen wahrscheinlich in die Kultivierung brachten und von den alten Römern besonders geschätzt. Schon vor der Zeit der Römer wurde in den Pyramiden Ägyptens Überreste von Salbeiöl entdeckt; es diente als eines der Hauptbestandteile in den Einbalsamierungsrezepturen. Im Mittelalter wurde ein Liebestrank aus Salbeiblättern und Rosenblättern hergestellt.

 Die Ärzte dieser Zeit schätzten den Salbei noch aus anderen Gründen. Lonicerus, Paracelsus, Matthiolus und Hildegard von Bingen verwendeten den Salbei auch bei akutem Fieber (schweisstreibend), Harnwegsleiden, Darmkoliken und Zahnschmerzen. Dem Salbei sagte man eine desinfizierende und konservierende Wirkung (siehe oben die alten Ägypter) nach. So wurden die Zimmer, in denen sich Schwerkranke aufhielten, dadurch gereinigt, dass man Salbeiblätter auf Kohle verbrannte. Indigene Völker verwenden den Salbei auch heute noch für "smudging".

In Westeuropa wurde er durch die Kultivierung in Klostergärten bekannt. Da der Echte Salbei nur bedingt winterhart ist, wird er in den nördlichen Gebieten Europas nicht angebaut, sondern weiterhin in den mediterranen Ländern wie Italien, Kroatien, Türkei, Ungarn und Frankreich.

Hauptkomponenten sind ätherische Öle, insbesondere ein hoher Gehalt an Thujon, als weiteres Flavonoide, Gerb- und Bitterstoffe. Der konstant übermässige Einsatz als Tee oder Aufguss kann Nebenwirkungen erzeugen, denn das enthaltene äther. Öl Thujon ist in hohen Dosen toxisch. Daher sollten stillende Mütter keinen Salbei in jeglicher Form zu sich nehmen.

In der TCM wird der Rotwurzelsalbei Salvia miltiorrhiza verwendet

 

 

Medizinischer Einsatz

In der Heilkunde ist der Salbei wohl am ehesten durch seinen Einsatz bei Erkältungskrankheiten bei Mensch und einigen Tierarten, zB Pferde, bekannt, denn Salbei officinalis zeigt starke entzündungshemmende, antivirale, antibakterielle und antimykotische Wirkweisen. Aufgrund dessen wird er zum Gurgeln bei Halsentzündungen und als schweisshemmendes verwendet. Frische Blätter können gekaut oder in getrockneter Form zu Tee aufbrüht werden. Ein vortreffliches Heilkraut bei Halsschmerzen. Salbei wirkt Magen stärkend, regt die Gallenproduktion an und vermindert Blähungen und Durchfall.

 

Aus mehreren Studien geht hervor, dass Salbei officinalis starke antioxidative Aktivitäten aufweist.

Er fördert die Durchblutung und wirkt als Expektorans, erleichtert somit den Krankheitsverlauf bei Bronchitis

In Studien wurde auch nachgewiesen, dass Salbei als hormoneller Regulator aufgrund seiner östrogenähnlichen Aktivität wirkt.

Salbei hat eine lipolytische [1], adstringierende [2] und krampflösende Wirkung.

 

Die potenzielle Antitumoraktivität von Salbei officinalis wurde an mehreren Krebszelllinien und an Tieren für Krebs untersucht. Es wurde berichtet, dass das Trinken von Salbei-Tee die Initiationsphasen der Kolonkarzinogenese verhinderte. 27 Extrakte dieser Pflanze zeigten proapoptotische [5] und wachstumshemmende Wirkungen auf Zelllinien von Brustkrebs, Gebärmutterhalsadenokarzinom  und Darmkrebs, Kehlkopfkarzinom, Lungenkarzinom, Melanome und Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle. Zusätzlich zur antiproliferativen [3] Wirkung hat Salbei officinalis antimigratorische [6] und antiangiogene [4] Wirkungen.

 

Neueste Studien belegen, dass Extrakte und ätherische Öle eine positive Wirkung bei Alzheimers Patienten hervorriefen, es verbesserte die kognitive, steigerte die Konzentration und verbesserte die Stimmung.

Salbei kann zudem Gesamtcholesterin, Triglycerid- und LDLwerte absenken.

 

[1] Spaltung von Neutralfetten im Fettgewebe

[2] zusammenziehend

[3] gegen eine Gewebevermehrung gerichtet

[4] Man bezeichnet damit die medikamentöse Methode, die Gefäßbildung (die Angiogenese) bei Tumor- ua Erkrankungen einzudämmen.

[5] den programmierten Zelltod auslösend

[6] anti-ausbreitend

Verwendung in der Küche

Als Küchenkraut und Gewürz wurde der Salbei durch Mönche bekannt und in den Klostergärten angebaut.  

Als getrocknetes Gewürz eignet er sich für Fleisch- und Fischgerichte, sowie Wild und Geflügel. Salbei fördert ähnlich wie Kümmel die Fettverdaulichkeit.  Auch frischer Salbei findet Verwendung in der Küche, Fisch- und Geflügelgerichte bekommen durch ihn eine besondere Note.

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