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Klatschmohn

Papaver rhoeas L.

Drogenbezeichnung: Papaveris rhoeados flos
Synonyme: Klapprose, Klappermohn, Flattermohn, , Kornrose, Kornschnalle, Blutblume, Feuerblume, Feldrose
Pflanzenfamilie: Papaveraceae
Chinesische Bezeichnung: 丽春花
Pinyin Name: Li Chun Hua

Klatsch- und Schlafmohn wurde bereits in der Antike als Heilkraut eingesetzt. Ein Fund aus der Zeit um 1500 v. Chr. stellt eine Göttin dar, deren Haar wahrscheinlich mit Mohnkapseln geschmückt ist, ihre geschlossenen Augen stellen Beruhigung dar. Aus dieser Zeit wurden sowohl in Zypern als auch in Ägypten Amphoren und Gefäße gefunden, die die Mohnkapseln imitierten. Die Verwendung des Schlafmohns als Nutzpflanze in Südeuropa ist bis etwa 6000 v. Chr. zurückzuführen. Bereits in Funden von 4000 v. Chr. lässt sich über die pharmazeutische Verwendung von Schlafmohn nachlesen. Im Mittelalter war die Mohnblume eine bekannte und oft beschriebene Heilpflanze. Die Pflanze, oft als Rasselblume bezeichnet, wurde zur Behandlung von Schlaflosigkeit, Verstopfung, Fieber, inneren Schmerzen und allgemeinen gynäkologischen Erkrankungen eingesetzt. Alle Pflanzenteile wurden verwendet: von Blättern über Wurzeln bis hin zu Samen. Im Allgemeinen wurde eine Infusion der Blätter und Blüten empfohlen, aber auch Wein oder spezielle Methelixiere waren weit verbreitet.

Klatschmohn gehört als harmloser Vertreter zur Familie der Mohngewächse. Während die Samenkapseln einen Milchsaft mit schwach giftigem Alkaloid beinhalten, sind die Samenkörner vollkommen ungiftig.

Die Hauptkomponenten des Klatschmohn sind Alkaloide, die Säuren Rhodeadic und Papaveric, Bitterstoffe und Gerbstoffe.

Die heutige Verwendung: bei Schlafstörungen und nervöser Unruhe kann ein Sirup aus den Mohnblumen hilfreich sein. Viele Ärzte und bekannte Psychotherapeuten lehnen jedoch die Behandlung ab, da die Wirksamkeit nicht nachgewiesen wurde. Weiterhin werden Mohnextrakte traditionell verwendet, um die Muskulatur zu entspannen, was bei der Behandlung von Bauchkrämpfen nützlich sein kann. Der Extrakt wurde auch als Beruhigungsmittel, Analgetikum und Antitussivum verwendet. 

Trotz des vergleichsweise geringen Einsatzes in der heutigen Naturheilkunde ist der Mohn medizinisch nicht uninteressant. Jüngste Studien haben gezeigt, dass Extrakte aus den Mohnblättern eine antizytotoxische und antimutagene Wirkung haben. Seit kurzem werden chemische Extrakte aus den Blütenblättern von P. rhoeas kürzlich auf ihr Potenzial zur Vorbeugung von Hautkrebs getestet (Ennamany et al., 2013).

Hausmittel mit Klatschmohn

Tinktur
Aus den Blütenblättern des Klatschmohns lässt sich auch eine Tinktur herstellen. Sie wird äußerlich gegen Furunkel und bei Hautausschlägen aufgetragen, innerlich kann sie tropfenweise zur Schlafförderung eingenommen werden. Durch den hohen Alkoholgehalt ist Tinktur für Kinder und empfindliche Menschen nicht geeignet.

Die Tinktur der gesamten frischen Blütenpflanze wird intern und topisch als schmerzlinderndes Liniment verwendet.

Man nimmt 100g frische oder getrocknete Blütenblätter, übergießt diese mit 300ml min. 45% klaren Alkohol und lässt es für ca. 4 Wochen ziehen, tgl gut schütteln, durch eine Stoffwindel abseihen und fertig. Wichtig: immer darauf achten, dass die Blüten bedeckt sind, ansonsten besteht Schimmelgefahr. Evtl. Alkohol nachfüllen.

Infusion - Aufguss

Getrocknetes ganzes Pflanzenmaterial wird in einer Infusion verwendet. 2-3 Teelöffel pro Tasse heissem Wasser 15 Minuten ziehen lassen. 

Tee
Der Tee aus getrockneten Blüten wird ähnlich verwendet wie Sirup und Tinktur. Ein Teelöffel Blütenblätter werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten Ziehzeit abgeseiht. Täglich zwei bis drei Tassen sollen bei Schlafstörungen und Unruhezuständen helfen.

In der Badewanne 

Auch ein Vollbad mit starkem Tee (etwa vier Teelöffel) oder 15 Tropfen Blütentinktur kann das Einschlafen fördern. Hier sollte die Badetemperatur aber 37 Grad Celsius nicht überschreiten.

Dieses Bad hilft zudem bei unreiner Haut und Furunkeln.

Andere Anwendungen
Einst wurde aus den Blättern des Klatschmohns rote Tinte hergestellt. Kindern macht es viel Spaß, die Blütenblätter in einem kleinen Gefäß zu quetschen und mit dem entstandenen Saft zu malen.

Achtung: eine Verwechslungsgefahr besteht mit verwilderten Schlafmohn, der mit Ausnahme der Samen giftig ist. Er ist so groß wie der Klatschmohn, man erkennt ihn leicht an seinem unbehaarten Stängel und seiner eher grün-blauen Blattfarbe. Die Blütenfarbe ist meist violett, manchmal auch weiß, rosa, blau oder fast schwarz. 

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Mohnblumenfeld von Peggy Choucair auf Pixabay

Klatschmohn in der Küche

In der Küche kann Mohn sehr vielfältig verwendet werden. Zum Beispiel können die Mohnblätter als Zutat in Salaten verwendet werden. Sie haben einen angenehmen gurkenartigen und leicht nussigen Geschmack. Besonders die jungen Blätter eignen sich gut in Kombination mit Nüssen oder Pinienkernen. Die jungen Blätter vor der Blüte roh verwenden. Die roten Blütenblätter eignen sich als essbare Dekoration. Man kann auch die jungen, noch grünen Früchte essen. Auch können die Blätter wie Spinat gekocht werden, zum Beispiel mit gebratenen Schalotten und etwas Sahne, obwohl der Geschmack nicht unbedingt mit Spinat vergleichbar ist. Die Mohnblumen werden auch als Dekoration für Obstsalate oder Torten verwendet. Zu diesem Zweck werden die einzelnen Blütenblätter gezupft.
Die kleinen schwarzen Samen der Mohnblume, der sog. Blau oder Backmohn, können als Tortenbelag , für Mohnkuchen und Hefeteilchen uvm verwendet werden. 

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