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Mariendistel

Drogenbezeichnung: Crataegi oxyac. Fruct. tot.
Synonyme: Christi Krone, Donnerdistel, Fieberdistel, Fechdistel, Frauendistel, Heilandsdistel
Bot. Name: Silybum Marianus
Chinesische Bezeichnung: 什么意思
Pinyin Name: Da Ji

Die Königin der Disteln ist die Mariendistel (Silybum marianum. Diese wunderschöne große Distel mit ihren auffälligen weissen Blattadern stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber mittlerweile auf der ganzen Welt zu finden und kann in einigen Gegenden invasiv sein.

 Die Geschichte der Mariendistel reicht bis in das Mittelalter und wurde vom griechischen Arzt Pedanius Dioscorides (40 v. Chr) wegen seiner medizinischen Eigenschaften verehrt. Es wird noch heute als eines der besten Kräuter zur Unterstützung einer gesunden Leberfunktion verwendet. Wie ein anderes berühmtes Lebertonikum, Löwenzahn (Taraxacum officinale), ist es ein sanftes, aber kraftvolles Kraut. Traditionell und schulmedizinisch wird Mariendistel bei Leberentzündungen, Fettleber & Leberzirrhose eingesetzt. Es regt die Leberfunktion, wie auch die Gallsaftproduktion an, unterstützt die Verdauung und fördert die Aufnahme von Nährstoffen.

Mariendistel ist ursprünglich eine mediterrane Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die mittlerweile auch in Deutschland angebaut wird. Die Pflanze zeichnet sich durch viele violetter Blütenköpfe aus, die von einem Kranz schützender Dornen umgeben sind. Da die Pflanze mit der Jungfrau Maria in Verbindung gebracht wird, von der behauptet wird, dass sie Tränen über der Pflanze vergossen hat, wird sie auch als Heilige Distel, Frauendistel, Venusdistel und Heilandsdistel bezeichnet. Die Pflanze wird für ihren Samen angebaut, der eine beträchtliche Menge an Aminosäuren, Eiweiß und vor allem eine Gruppe von chemischen Verbindungen enthält, die als Silymarin bezeichnet werden. Auch das Kraut der Mariendistel beinhält Silymarin, es wird meist in gemahlener Form verwendet. Mariendistelsamen können Salaten und anderen Lebensmitteln zugesetzt werden, werden aber meistens zur Herstellung von Tees, Aufgüssen, Tinkturen und Extrakten verwendet.

Hauptkomponenten Silymarin

 

 

Medizinischer Einsatz

Mariendistel ist eine gut erforschtes Heilpflanze bezüglich des medizinischen Einsatz bei Lebererkrankungen und zum Schutz der Leber, auch bei Vergiftungen. Nicht nur für Menschen geeignet kommt die Mariendistel in gemahlener wie auch flüssiger Form auch in der Therapie für Pferde, Hunde und einige andere Tierarten zum Einsatz. Selbst eingeschworene Schulmediziner verschreiben ihren vierbeinigen Patienten nicht selten ein Leber unterstützendes Mittel aus Mariendistel & Artischocken.

Wohl am bekanntesten ist die Verwendung bei Vergiftungen mit Fliegenpilzen (Amanita muscaria). Durch die Wirkstoffe der Mariendistel wird die Leber daran gehindert, giftige Bestandteile des Pilzes zu absorbieren. Des weiteren findet die Distel ihren Einsatz in der Krebstherapie, Medikamente mit ihrem Wirkstoff schützten die Leber vor den schädigenden Auswirkungen einiger Chemotherapien. Als Tonikum kann es täglich eingenommen werden und ist vorteilhaft für diejenigen, die eine sanfte Leber-Unterstützung zur Förderung einer gesunden Leberfunktion wünschen. Oder als unterstützendes Zusatzkraut bei Hepatitis C, Zirrhose und anderen Leberfunktionsstörungen. Mariendistel unterstützt auch gesunde Cholesterin- und Blutzuckerspiegel.

Nebenwirkungen

Der Wirkstoff Silymarin der Mariendistel kann in Einzelfällen leicht abführend wirken. Allergische Reaktionen milder Art wurden bei hohen Dosen (1500 mg/Tag) beobachtet. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn eine Allergie gegen Korbblütler bekannt ist.

In Tierversuchen wurde keine fruchtschädigende Wirkung festgestellt. Über mögliche Nebenwirkungen in der Stillphase liegen keine Daten vor. Bei Schwangeren, stillenden Müttern und Kindern sollte generell eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Von Forschern wird derzeit untersucht, bei welchen Medikamenten, die von der Leber verstoffwechselt werden, eine Wechselwirkung eintreten mag und in welchem Umfang. Generell sei es bei folgenden Medikamenteinsatz ratsam, Rücksprache mit dem Arzt zu halten: Diabetes-Medikamente, cholesterinsenkende Mittel, Penicillin,  Blut- oder Milchproduktion beeinflussende Mittel, Entzündungshemmer, Östrogen.

Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie weitere Arzneimittel einnehmen, die auch durch Leberenzytochrom-P450-Enzyme metabolisiert werden.

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